15.05.2019, 11:57 Uhr

Energetische Verwertung von Kunststoffen

Viel Dampf um nichts

Energetische Verwertung von Kunststoffen

Bei der Verbrennung von Kunststoff entsteht Dampf. Dieser enthält kaum noch unerwünschte Partikel.

Die Verwertung von Kunststoffen in Müllverbrennungsanlagen stößt immer wieder auf Skepsis. Doch ist bei den üblichen Verpackungskunststoffen die saubere Verbrennung schon in den Molekülen angelegt. So gehören die Kunststoffe, die für Dosen, Flaschen, Folien und andere Verpackungen verwendet werden, größtenteils zu den sogenannten Polyolefinen. “Diese Plastiksorten wie Polyethylen und Polypropylen bestehen zum allergrößten Teil aus reinem Mineralöl. Bei deren Verbrennung entstehen fast nur Kohlendioxid und Wasserdampf,” so Dipl.-Ing. Martin Treder, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes ITAD. Die geringen Gewichtsanteile der Additive entfernen die Rauchgasreinigungsanlagen.

Laufende Überwachung der Messwerte

Dafür sorgt die heutige moderne Entsorgungstechnik. So verbrennen über 60 Müllverbrennungsanlagen und über 100 andere Anlagen einen großen Teil unseres Abfalls. Dabei gewährleisten große, mehrstufige Rauchgasreinigungs-anlagen, dass von den Emissionen der Anlagen keine Gefahren ausgehen. Die Grenzwerte des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für die Luftreinhaltung erfassen alle relevanten Schadstoffe und zählen zu den strengsten weltweit. Nicht nur das: Die Messgeräte in den Anlagen melden die aktuellen Messwerte der Abluft ständig live an die überwachenden Behörden. Dadurch erfolgt die Überwachung rund um die Uhr.

Das war durchaus nicht immer so. In den 1980er-Jahren genossen Müllverbrennungsanlagen nicht den besten Ruf, da sich mit neuen Analysemethoden die bis dahin unerkannten Schadstoffe Dioxin und Furane in ihrer Abluft nachweisen ließ. In der Folge wurden die Anlagen und Filter erheblich verbessert. Heute stellt die energetische Verwertung von Haushaltabfällen und Kunststoffverpackungen keine Schädigung der Umwelt mehr dar.

Verunreinigungen oft kaum noch messbar

Aufgrund sehr niedriger Konzentrationen gestaltet sich das Messen von Schadstoffen inzwischen oft schwierig. “Vielfach messen wir im realen Betrieb rund um den Nullpunkt, was die Messgerätetechnik häufig hinsichtlich der geforderten Messgenauigkeiten an ihre Grenzen bringt”, weiß Dipl.-Ing. Martin Treder “In Nordrhein-Westfalen wird ein sehr enges Messstellennetz vom Landesumweltamt betrieben. Die Anzahl der Messstationen liegt derzeit bei rund 170. Da sich die Luft erheblich verbessert hat, konnten bereits rund 400 Messstellen deaktiviert werden.” So kommt es, dass aus den Kaminen von Müllverbrennungsanlagen kein Rauch, sondern fast nur noch reiner Wasserdampf herausströmt, in dem sich unerwünschte Partikel kaum noch nachweisen lassen.

Gründliche Abgasreinigung in mehreren Stufen

Das liegt an der modernen, mehrstufigen Behandlung des Abfalls. Während der Feuerung werden die organischen Schadstoffe nahezu vollständig zerstört. Das Abgas wird in weiteren Schritten gereinigt: Entstaubung, Absorption von sauren Gasen, Filterung von Feinstaub sowie Entfernung von Stickoxiden (NOx). Die so gereinigten Abgase enthalten fast keinen Feinstaub, irrelevante Mengen an Schwermetallen und Dioxinen. “Die Abfallverbrennungsanlagen spielen bezüglich der Gesamtemissionen von Schadstoffen wie z.B. Stickoxiden in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle”, bekräftigt Dipl.-Ing. Martin Treder.

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Veröffentlicht: Mittwoch, 15.05.2019, 11:57 Uhr
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Kategorie: Umwelt, Energie
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