28. Januar 2026

Siemens Healthineers setzt weiter auf Kaninchenblut

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Die Produktion von Antikörpern kann und soll tierversuchsfrei erfolgen.

BildÄrzte gegen Tierversuche fordert Ausstieg aus tierischen Antikörpern

Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) startet heute eine Kampagne gegen den Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers. Anlass ist die fortlaufende Nutzung von Kaninchenblut für die Herstellung von Antikörpern, obwohl seit Jahrzehnten tierfreie Verfahren zur Verfügung stehen. Undercover-Recherchen aus den Jahren 2022 und 2025 dokumentieren zudem gravierende Missstände in Zulieferbetrieben in Baden-Württemberg und Bayern. ÄgT fordert den vollständigen Umstieg auf tierfreie Antikörper-Verfahren.

Im September 2025 veröffentlichte die Organisation SOKO Tierschutz Bildmaterial aus einem Kaninchenbetrieb nahe Augsburg, der als Zulieferer fungiert (1). Dort leben tausende Kaninchen in engen Drahtkäfigen. Zu sehen ist ein grober und gewaltsamer Umgang durch Mitarbeitende. Den Tieren werden mehrfach Antigene gespritzt; am Ende sterben die Tiere durch Ausbluten. Bereits im Juli 2022 dokumentierte der Verein Aninova Missstände in der Haltung von Kaninchen in einem Betrieb in Baden-Württemberg (2). Siemens Healthineers beendete damals die Zusammenarbeit mit diesem Betrieb, bezieht jedoch weiterhin tierisches Blut für seine Produkte. Eine Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Betrieb bei Augsburg ist bislang nicht bekannt.

Das Blutlabor von Siemens Healthineers in Marburg stellt Diagnostik-Tests auf Basis von tierischen Antikörpern her. Mithilfe der Tests können zum Beispiel Schilddrüsenwerte, Entzündungsmarker oder das Hormon Cortisol gemessen werden. Jährlich leiden in deutschen Laboren zwischen 21.000 und 38.000 Kaninchen, besonders in Hessen und Bayern (3).

„Technologien für die Entwicklung und Herstellung tierfreier Antikörper stehen seit Jahrzehnten zur Verfügung. Trotzdem verlieren jedes Jahr zehntausende Kaninchen ihr Blut und ihr Leben“, sagt Dr. Johanna Walter, wissenschaftliche Referentin bei ÄgT. „Unternehmen wie Siemens Healthineers wissen von diesen tierversuchsfreien Methoden und stehen in der Pflicht, ihre Verfahren vollständig darauf umzustellen. Diagnostik braucht keine Kaninchen“, ergänzt die Chemikerin.

Zu den seit Jahrzehnten verfügbaren tierfreien Methoden zählen unter anderem Phage-Display-Technologien sowie zellkulturbasierte Verfahren, mit denen Antikörper ohne Tierleid gewonnen werden können (4). Diese Methoden liefern präzisere und reproduzierbare Ergebnisse. Eine Datenbank von Animal-Free Research UK verzeichnet über 78.000 mit solchen Verfahren gewonnene Antikörper und Mimetika (5). Zudem empfiehlt das Europäische Referenzlabor EURL ECVAM bereits seit 2020 ausdrücklich den Verzicht auf Tiere in der Antikörperproduktion (6).

Nach § 7a Abs. 2 Nr. 2 Tierschutzgesetz sind Tierversuche nur zulässig, wenn der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren erreicht werden kann (7). Bei der Antikörperproduktion stehen diese Methoden seit Jahren bereit. Das Leid der Kaninchen ist damit nicht nur unnötig, sondern vermeidbar.

ÄgT fordert von Siemens Healthineers den vollständigen Ausstieg aus tierischen Antikörpern, die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit mit in der Kritik stehenden zuliefernden Betrieben, Transparenz über die aktuelle Nutzung von Kaninchenblut sowie die Vorlage eines konkreten und verbindlichen Zeitplans zur Umstellung sämtlicher Produkte auf tierfreie Antikörper. Siemens Healthineers trägt Verantwortung für alle Vorgänge innerhalb seiner Lieferkette.

Kampagne mit Online-Petition „Siemens Healthineers lässt Kaninchen bluten. Tierversuchsfreie Methoden statt Tierleid.“ >>

Ausführliche Hintergrundinformationen >>

Quellen – mit Links in der Pressmitteilung auf der ÄgT-Webseite!

(1) Erschütternde Aufdeckung auf Bauernhof, Ärzte gegen Tierversuche, 24.09.2025 >>

(2) Tierquälerei in Kaninchenzuchtanlage, Aninova, 11.07.2022 >>

(3) Verwendung von Versuchstieren im Berichtsjahr 2024, BfR >>

(4) Antikörper: Die Zukunft ist tierleidfrei. Ärzte gegen Tierversuche, 16.06.2022 >>

(5) Animal-Free Research UK: Recombinant Antibodies and Mimetics Database >>

(6) Barroso, J. et al. EURL ECVAM Recommendation on non-animal-derived antibodies; Publications office of the European Union, 2020

(7) Tierschutzgesetz, §7a

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland

fon ..: 02204-99902-24
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de

„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.

Pressekontakt:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach

fon ..: 02204-99902-32
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de

PM-Ersteller
Author: PM-Ersteller

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