20. Januar 2026

Kupferboom: Big Tech setzt auf „Made in America“

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Amazon gehört bereits zu den Käufern des mittels neuer Verfahren produzierten Kupfers: Neue Technologien machen die Wiederinbetriebnahme alter Minen trotz geringer Erzgehalte rentabel. In Arizona steht ein regelrechter Boom in den Startlöchern.

Die Kooperation gilt an der Wall Street als wegweisend. Amazon hat zur Deckung des riesigen Kupferbedarfs für seine Rechenzentren einen Abnahmedeal mit einer Mine im US-Bundesstaat Arizona geschlossen. Die Johnson Camp Mine soll in den kommenden vier Jahren 14.000 Tonnen Kupferkathoden an Amazon Web Services (AWS) liefern.

Johnson Camp wurde im vergangenen Jahr zur ersten neuen US-Kupferquelle seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Rio Tinto Tochter Nuton LLC hat sich mit dem Rohstoffexplorer Gunnison Copper zusammengetan, um den Betrieb der Mine wieder aufzunehmen. Auf dem Projekt werden zwei Kupfergewinnungsverfahren parallel genutzt: Zum einen Gunnison Coppers Haufenlaugungsverfahren, zum anderen die Nuton-Technologie.

Nuton macht Abbau geringgradiger Erze profitabel

Nuton setzt Bakterien und Säure zur Gewinnung von Kupfer aus Lagerstätten ein, deren Abbau sich sonst nicht wirtschaftlich lohnen würde – ein Verfahren, das über Jahrzehnte entwickelt wurde und Ende 2025 den entscheidenden, finalen Durchbruch feierte. Im Dezember gab Rio Tinto die Produktion der ersten Charge Metall bekannt. Seit 2026 ist Nuton-Kupfer nach Unternehmensangaben auf dem Markt erhältlich.

Durch die Verwendung von Säure und Bakterien zur Auslaugung von Kupfer aus zerkleinertem Erz und die anschließende Abscheidung auf Kathoden vor Ort verbraucht das Nuton-Verfahren laut Rio Tinto 80 % weniger Wasser als herkömmliche Verfahren. Zudem liegen die CO-Emissionen um bis zu 60 % niedriger.

Die Johnson Camp Mine befindet sich im Eigentum von Gunnison Copper (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4) und wird auch durch das Unternehmen betrieben. Zum Standort gehört ein SX-EW- (Solvent Extraction/Electrowinning) Werk mit einer jährlichen Produktionskapazität von 25 Millionen Pfund Kupferkathoden.

Stephen Twyerould, CEO von Gunnison Copper, kommentierte den AWS-Deal: Die erstmalige Verwendung von Nuton-Kupfer aus dem Johnson Camp in den US-Rechenzentren von AWS ist ein bedeutender Meilenstein für diese innovative Technologie, die kohlenstoffarmes, US-produziertes und verwendetes Kupfer liefert. Diese Zusammenarbeit unterstreicht, wie Innovation, digitale Optimierung und die Kupferproduktion Made in America die US-Lieferketten stärken und gleichzeitig die wachsende Nachfrage nach kritischen Mineralien für die moderne Infrastruktur decken können.

Die digitale Optimierung bezieht sich auf einen Teil des Deals: Amazon wird cloudbasierte Daten- und Analyseunterstützung bereitstellen, um die Optimierung der Bioleaching-Technologie von Nuton in der Johnson Camp Mine zu beschleunigen.

Nuton mit Recht auf Joint Venture mit Gunnison Copper

Die Pläne in der Johnson Camp Mine sind langfristiger Natur. Nach mehreren Jahren kommerzieller Produktion besitzt Nuton ein vertraglich gesichertes Recht zur Gründung eines Joint Ventures, an dem anfänglich 49 % und Gunnison anfänglich 51 % der Anteile halten wird.

Nuton plant den Einsatz der Technologie zugleich auch in anderen amerikanischen Minen. Deren Profil ähnelt sich: Es handelt sich um ehemals produzierende Betriebe, deren Erzgehalt im Zeitverlauf sank und deren Rentabilität dadurch verloren ging. Der wirtschaftliche Abbau dieser Überbleibsel ist ein wichtiger Baustein in Rio Tintos Kupferstrategie.

Das Unternehmen schätzt, dass 70 % der weltweiten Kupferreserven in solchen Erzen enthalten sind, die allzu oft in den enthaltenen Konzentrationen einen Transport zu Raffinerien nicht rechtfertigen. Bei Johnson Camp wird das Erz mit Bakterien und Säure behandelt und zu einem Haufen aufgeschichtet. Dadurch kommt es zum Abtropfen des enthaltenen Kupfers, das in der Anlage vor Ort weiterverarbeitet wird.

Unter optimalen Bedingungen beschleunigen unsere Mikroorganismen die Kupferausbeute und ermöglichen Kupfergewinnungsraten aus primären Sulfiden von bis zu 85 %, heißt es dazu bei Nuton. Das ist dem Unternehmen zufolge deutlich mehr als bei anderen Laugungsverfahren. Das hauseigene Verfahren sei zudem sowohl kostengünstig als auch ertragreich bei Materialien wie Pyrit, die andernfalls als Abfall oder wirtschaftliche Belastung für den Abbau gelten würden.

Dennoch dürften andere Laugungsverfahren neben der Nuton-Technologie ebenfalls eine zentrale Rolle bei der künftigen Kupferversorgung spielen. Denn es gibt weitere Vorteile der Haufenlaugung, darunter insbesondere eine geringere Kapitalintensität und kürzere Vorlaufzeiten im Vergleich zum herkömmlichen Minenbau. Und vor allem gibt es eine Vielzahl ehemaliger Minen, in denen die Verfahren zum Einsatz kommen können.

Haufenlaugung gewinnt an Bedeutung – und Rentabilität

Deshalb setzt eine wachsende Zahl von Unternehmen auf Haufenlaugungsprojekte. Ivanhoe Electric etwa plant – ebenfalls in Arizona – die Inbetriebnahme der Mine Santa Cruz noch vor Ende 2028. Auch hier stehen Haufenlaugung und Kupferkathodenproduktion direkt vor Ort auf dem Programm. Die Machbarkeitsstudie sieht eine Minenlaufzeit von 23 Jahren mit einer geschätzten durchschnittlichen jährlichen Kupferproduktion von 72.000 Tonnen in den ersten 15 Jahren vor.

Gunnison Copper selbst betreibt mit dem Gunnison Projekt 65 Meilen östlich von Tucson ebenfalls ein weiteres Projekt für eigene Produktion durch Haufenlaugung. Eine 2024 vorgelegte PEA skizziert einen Tagebau mit Haufenlaugung und SX/EW-Verfahren mit einer Laufzeit von über 18 Jahren und die Produktion von LME-Kupferkathoden der Güteklasse A direkt vor Ort.

Die Studie sieht eines der bedeutendsten Kupfer-Tagebauprojekte in den USA mit gemessenen und angezeigten Mineralressourcen von insgesamt 551 Millionen Tonnen bei einem Gesamtkupfergehalt von 0,35 %. Erwartet wird eine jährliche Kupferkathodenproduktion von 83.700 Tonnen (167 Millionen Pfund) in den ersten 16 Jahren und eine Gesamtproduktion von 1.355.900 Tonnen (2.712 Millionen Pfund) über die gesamte 18-jährige Lebensdauer der Mine bei durchschnittlichen C1-Cash-Kosten von 1,42 USD/Pfund.

Das Gunnison-Projekt und die Details der PEA zur Wirtschaftlichkeit lassen erahnen, welch starken Anreiz steigende Kupferpreise bedeuten. Die Studie schätzte den Nettogegenwartswert des Gunnison-Projekts bei 8 % Diskontierung auf 1,3 Mrd. USD. Die Zahlen beziehen sich auf einen Kupferpreis von 4,10 USD pro Pfund – aktuell werden 5,80 USD gezahlt.

Die großen US-Technologieunternehmen sehen in der vergleichsweise umweltfreundlichen und sicheren inländischen Haufenlaugung einen wesentlichen Teil der Lösung für den Kupferbedarf der kommenden Jahrzehnte.

Kara Hurst, Chief Sustainability Officer von Amazon, sagte anlässlich des Nuton-Deals: Diese Zusammenarbeit () stellt genau den Durchbruch dar, den wir brauchen – einen grundlegend anderen Ansatz für die Kupferproduktion, der dazu beiträgt, Kohlenstoffemissionen und Wasserverbrauch zu reduzieren. Während wir () unsere Rechenzentrumsaktivitäten ausbauen, stärkt der Zugang zu kohlenstoffärmeren, regional produzierten Materialien sowohl die Widerstandsfähigkeit unserer Lieferkette als auch unsere Fähigkeit zur Dekarbonisierung im großen Stil.

Für Gunnison Copper ist der AWS Deal ein starkes Signal: Er schafft planbare Absatzmengen, verbessert die Anlagenauslastung und kann Cashflows stabilisieren. Zugleich zeigt der erfolgreiche Praxiseinsatz der Nuton Methode, unterstützt durch Amazons Datenoptimierung, Potenzial für höhere Ausbeuten bei Kosteneinsparungen. Das erhöht die Attraktivität für Abnehmer und Partner und bietet damit eine breite Basis für weiteren Finanzierungsspielraum, der die Bewertung der Gunnison-Aktie stützen und weiter treiben kann.

Weitere Informationen zu Gunnison Copper finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:
www.miningscout.de/minenaktien/gunnison-copper/
Unternehmen: Gunnison Copper
TSX: GCU
WKN: A40TP4
ISIN: CA4028801088
Webseite: www.gunnisoncopper.com/

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