Gera: Das traditionsreiche Geraer Höhlerfest, das in diesem Jahr im glanzvollen Rahmen des 789. Stadtjubiläums Zehntausende Besucher in seinen Bann zog, fand gleich zu seinem Auftakt einen ersten, unvergesslichen emotionalen Höhepunkt. Niemand Geringerer als die 77-jährige Neue-Deutsche-Welle-Legende Joachim Witt verwandelte den Schauplatz in einen Hexenkessel der Emotionen und demonstrierte einmal mehr, warum er seit Jahrzehnten zu den prägendsten Figuren der deutschen Musiklandschaft zählt.
Eine musikalische Zeitreise von NDW bis Epos
Mit einer beeindruckenden Setlist schlug der Ausnahmekünstler die Brücke zwischen den Anfängen seiner Karriere und seinen modernen Meisterwerken. Schon bei den ersten Akkorden seines NDW-Kultsongs „Tri Tra Trullala (Herbergsvater)“ lag ein Hauch von Nostalgie in der Luft. Doch Witt blieb keineswegs in der Vergangenheit stecken: Mit späteren Meisterwerken wie dem kraftvollen „Rübezahl“ und epischen Songs wie „Schwör mir“ zeigte er seine immense künstlerische Bandbreite und seinen unverwechselbaren musikalischen Stempel.
Gänsehautmomente und Ostrock-Verneigung
Spätestens als sein Jahrhundert-Hit „Die Flut“ über den Platz hallte, gab es für das Publikum kein Halten mehr. Die Menge stimmte textsicher ein und verschmolz mit dem Künstler zu einer wahren Einheit. Für einen weiteren emotionalen Paukenschlag sorgte Witt mit seiner live dargebotenen Verneigung vor den Ostrock-Klassikern: Als die ersten Töne von „Bataillon d’amour“ (im Original von Silly) erklangen, spürte man die tiefe Verbundenheit zwischen dem Künstler und seinen Fans im herbstlichen Gera.
Getragen von seiner markanten, charaktervollen Stimme schuf Joachim Witt einen Abend, der eine fast schon magische und tiefgreifende Atmosphäre hinterließ – ein fulminanter Auftakt für ein Stadtfest der Extraklasse, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

