04.07.2014, 11:11 Uhr

Patienten-Infotainment-Systeme als undurchsichtige Kapitalanlage

Alpha-Assets-Analyse zu ClinicALL (ClinicAll Germany GmbH).

BildHamburg, 04. Juli. Die ClinicALL Germany GmbH (Neuss) bewirbt auf ihren Internetseiten ein Nachrangdarlehen. Versprochen werden jährliche Zinszahlungen von möglichen 7 % bis 9 % sowie eine “Top Rendite – seit 2008”. ClinicALL sei darüber hinaus auch Marktführer im Bereich multimedialer Systeme am Patientenbett.

Bei der angebotenen Kapitalanlage handelt es sich um eine Anlageform, für die der Gesetzgeber keine spezifische Regulierung vorsieht. Sie darf auch Privatinvestoren angeboten werden und benötigt keinen offiziellen Verkaufsprospekt. Da dennoch ein Verkaufsprospekt erstellt wurde, besteht seitens der Investoren berechtigte Hoffnung, den Herausgeber in die Haftung zu nehmen und das Darlehen jederzeit zurück fordern zu können. Das kann selbstverständlich nur gelingen, so lange es die Liquidität des Unternehmens zulässt. D. h. der Investor befindet sich trotz der Struktur der Kapitalanlage keineswegs in einem rechtsfreien Raum.

Gute Idee bei fraglicher Marktdurchdringung
Das Angebot bewegt sich mit Patienten-Infotainment-Systemen in einem sehr interessanten Umfeld. Aus welchen Gründen ClinicALL sich “Marktführer” nennt, ist nicht nachzuvollziehen. Neben ClinicALL gibt es weitere Anbieter, die auf umfangreiche Installationen, Projekte und Umsätze zurückblicken können.

Geschäftsführung ohne Branchenkenntnis
Rund um die ClinicALL Germany GmbH aus Neuss gibt es zahlreiche weitere Vertriebsfirmen und die ClinicALL International Corporation, New York, die über einen Wertpapierprospekt bereits ab dem 29. August 2012 insgesamt 2.000.000 stimmrechtslose Stammaktien im Nennbetrag von jeweils 0,001 US-Dollar zum Ausgabepreis von 3,50 je Aktie ausgegeben hat oder ausgeben wollte. Der genaue Platzierungsstand ist nicht bekannt. Auffällig ist, dass das Unternehmen in den USA gegründet wurde, um anschließend in Deutschland Aktien zu verkaufen. Darüber hinaus besteht der Vorstand überwiegend aus spezialisierten Anwälten, die mit dem eigentlichen Geschäftsgegenstand sonst nichts zu tun haben. Firmensitz ist eben diese Anwaltskanzlei in New York.

Die Geschäftsführung des weltweit tätigen Unternehmens besteht zum einen aus dem Geschäftsführer Herrn Frank Remih. Herr Remih war als Tischlermeister noch bis Ende 2010 parallel Geschäftsführer seines Innenausbauunternehmens “Quadrino Planen und Einrichtung”. Dieses Unternehmen besteht weiterhin. Herr Remih verantwortet die Entwicklung der komplexen Technologie und den Aufbau eines weltweit tätigen Unternehmens mit erheblichem Finanzierungsbedarf ohne erkennbaren Branchenhintergrund.

Als weitere Geschäftsführerin ist Frau Nadine Kania benannt. Frau Kania hat eine Ausbildung zur Bürokommunikationskauffrau. Darüber hinaus finden sich keine Hinweise auf Referenzen, die eine Eignung für diese Position vermuten lassen.

Keine belastbaren Zahlen
Mit dem ClincicALL Nachrangdarlehen investiert man in die ClinicALL Germany GmbH aus Neuss. Die Außendarstellung und das zu erkennen gegebene Konzept scheinen sehr hochwertig zu sein. Ob dem gegenüber auch eine entsprechende Leistung steht, ist hingegen nicht zu erkennen. Es werden zwar einige Referenzen angegeben, aber bei diesen Installationen handelt es sich um eher kleine Projekte zu Testzwecken. Ob diese zuverlässig laufen, ist auch nicht geklärt.

Zumindest mangelnde Marktkenntnis ist zu unterstellen, wenn für die Kalkulation Auslastungsszenarien von 60, 70, 80 und 90% aufgeführt werden. Bei einer durchschnittlichen Auslastung der Kliniken um 80% entspricht eine Auslastung der Geräte von 60% also der Annahme, dass 75% der Patienten sie täglich nutzen. Diese Annahme ist sehr hoch gegriffen aber theoretisch möglich. Wie man bei dieser Berechnung Auslastungen von 80 (100%) und 90% (112,5%) erreichen kann, ist vollkommen unklar bzw. mathematisch nicht möglich. Der Prospekt fängt also dort an, wo die praktischen und theoretischen Möglichkeiten bereits aufhören.

Die Angaben im Prospekt erwecken den Eindruck, dass Investoren in ein funktionierendes Geschäftsmodell investieren, bei dem Kosten und Umsätze im Projektgeschäft bekannt sind. Tatsächlich scheint es sich aber um eine Finanzierung für den weltweiten Aufbau des Unternehmens zu handeln.

Fazit:
Ein hochgradig intransparentes Produkt ohne erkennbares Potenzial, die gegebenen Leistungsversprechen halten zu können.
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Die Bewertung von Kapitalanlagen folgt in der Regel zu hohen Ansprüchen. Es gibt keine Systematik, die darüber aufklären kann, wie sich die Zukunft entwickelt. Es entspricht aber der Natur einer Kapitalanlage, dass sie eine Wette auf die Zukunft darstellt. Hingegen lässt sich aber leicht beurteilen, ob eine Investition zum Zeitpunkt der Emission plausibel ist. Um dies zu beurteilen, sind Markt- und Branchenkenntnisse erforderlich. Wesentlich ist bei der Beurteilung einer Kapitalanlage immer die nachvollziehbare Managementkompetenz sowie eine Marktanalyse zum Investitionsumfeld. Das Team um Alpha-Assets verfügt hierfür über eine langjährige Praxis. Neben der eigenständigen Analyse verfügbarer Daten werden Expertengespräche geführt und z.B. über das Alpha-Assets-Expertenpanel Fragenkataloge erhoben (Crowd-Sourcing). Herausgeber ist Nicolaus Thiele-Dohrmann, Diplom-Betriebswirt und Wirtschaftspsychologe.

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Veröffentlicht: Freitag, 04.07.2014, 11:11 Uhr
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Kategorie: Unternehmen, Wirtschaft, Finanzen
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