10.01.2019, 16:58 Uhr

Worauf sich die Versicherungsindustrie und Insurtechs 2019 einstellen müssen

Rene Schoenauer, Product Marketing Manager EMEA bei Guidewire Software, kommentiert die Trends der Versicherungsbranche für 2019

Durch die digitale Transformation, neue Technologien und innovative Software-Plattformen wird sich die Versicherungsbranche 2019 weiter wandeln. Marktteilnehmer wie Tech-Giganten und Insurtechs verändern das Angebot für Kunden und erhöhen den Druck auf klassische Versicherer.

Insurtechs kommen langsamer voran

Früher lautete das Mantra der Insurtechs “Disruption”. Aber die Realität zeigt, dass der Ausbau des Kundenstamms für diese neuen Player im Markt sehr schwierig ist. Unabhängig davon, wie digital ein Unternehmen ist, gibt es legale und regulatorische Hürden, die nur schwer zu überwinden sind. Immer mehr Insurtechs werden 2019 hier an ihre Grenzen kommen und benötigen deshalb innovative Wege, um diese zu überwinden.

Zahlreiche disruptive Insurtechs werden den Weg in die Zukunft auch 2019 weitergehen. Es ist jedoch bezeichnend, dass einige der digitalen Versicherer Industrieveteranen der traditionellen Versicherungsbranche in ihre Teams aufgenommen haben, um im kommenden Jahr ihre Geschäfte zu leiten.

Gemäß diesem Trend kann man für 2019 davon ausgehen, dass Insurtechs versuchen werden, attraktiver und weniger disruptiv für etablierte Versicherer zu werden. Diese sind schließlich durch die harte Schule der Kundenakquise und Compliance-Regulatorien gegangen, verfügen über eine ausreichende Kapitalausstattung und sind auf der Suche nach Innovationen.

Den größten Erfolg verzeichnen vermutlich die Insurtechs, die in mehrere Bereiche der Lebenszyklen von Versicherungskunden passen. Es kann zum einen darum gehen bestehende Prozesse wie Risikoanalysen oder Schadensgutachten effizienter zu gestalten oder aber darum, vorhandene Produkte wie Kfz-Versicherung mit Telematik oder Wohn- und Gebäudeversicherung mit IoT weiterzuentwickeln.

All dies bedeutet jedoch nicht, dass Angebote von disruptiven Insurtechs 2019 verschwinden werden. Viele werden neue Versicherungsprodukte entwickeln, die vielleicht als disruptiv positioniert werden – wie etwa “Pay-As-You-Go”-Kfz-Versicherungen oder Versicherungen für Kleinaufträge.

Wie bereits mehrmals zu beobachten war, sind diese Player vor allem dann erfolgreich, wenn sie Rückendeckung von einem etablierten Unternehmen bekommen, das in der Regel ein traditioneller Versicherer oder Rückversicherer ist. Auch 2019 sind Kooperationen dieser Art zu erwarten, sind sie doch eine klassische Win-Win-Konstellation.

Versicherer und Insurtechs werden vermehrt auf Software-Plattformen setzen

Das Jahr 2019 wird die Blütezeit für Versicherungsplattformen. Dies liegt daran, dass Insurtechs nach Wegen suchen, im Markt zu bestehen und an Dynamik zu gewinnen. Um dies zu erreichen, sind sie darauf angewiesen, sich vermehrt mit etablierten Versicherern zu vernetzen. Das stärkt wiederum die Bedeutung von Software-Plattformen, die in der Branche bereits weit verbreitet sind. Durch sie können Insurtechs wesentlich einfacher mit Versicherern, die ihr Unternehmen auf diesen Plattformen führen, zusammenarbeiten.

Insurtechs, deren Produkte auf derselben Plattform laufen, helfen Versicherern die Hindernisse bei der Adaption neuer Technologien aus dem Weg zu räumen und die Wertrealisierung zu beschleunigen. Egal wie leicht die Apps von Insurtechs in der Anwendung auch sein mögen, wenn sie zu Mitarbeitertrainings für neue oder andere Nutzerschnittstellen führen, ist dies ein signifikantes Hindernis für deren Erfolg auf dem Markt. Diese Hürde kann vermieden werden, indem auf die Funktionen der App im bekannten Dashboard des Versicherers zugegriffen werden kann.

Big Tech drängt in den Versicherungsmarkt und macht sich dabei nicht nur Feinde

Die Gerüchteküche brodelte auch 2018 heftig weiter: Amazon, Google und andere branchenfremde Akteure stoßen in den Versicherungsmarkt vor. Bisher ist davon allerdings noch nichts im deutschen Markt angekommen – man sollte jedoch weiterhin mit entsprechenden Aktivitäten der Technologieriesen rechnen.

Die Versicherer sind sich in der Antwort darauf aber nicht einig: 2019 wird man daher Marktteilnehmer sehen, die sich massiv gegen Tech-Giganten stellen, andere sehen deren Engagement dagegen eher gelassen. Es ist durchaus sinnvoll, Angebote wie den Amazon-Aggregator-Service oder andere Angebote zu evaluieren. Und der Anteil derer, die dies tun, wird 2019 weiter zunehmen. Dennoch behalten Versicherer bei Partnerschaften die Oberhand. Wenn Amazon, Google, Facebook und Co. Versicherungsdienste anbieten möchten, müssen sie regulatorische Hürden verstehen und Lösungen zur Überwindung derer finden. Etablierte Versicherer sind hier bereits viel weiter. Zudem kämpfen die neuen Player mit ihrer nicht ganz makellosen Reputation rund um Datenschutz.

Das bedeutet aber nicht, dass sich Versicherer 2019 auf ihren Lorbeeren ausruhen sollten: Sie müssen ein besseres Verständnis der Vorgehensweise von Amazon und anderen Tech-Giganten bekommen. Zudem müssen sie sich ihrer eigenen Stärken bewusst werden, um auf die Veränderungen im Markt reagieren zu können.

Zu den wesentlichen Punkten, die Versicherer im Auge behalten müssen, zählen Investitionen, um Risiko- und Kundendaten innovativ zu maximieren und sinnvoll einzusetzen. Außerdem wird es interessant zu sehen, wie sie die einfachen Schnittstellen, die sich Kunden wünschen, entwickeln werden.

KI erleichtert Prozesse und unterstützt Mitarbeiter in ihrem Alltag

Künstliche Intelligenz und Machine Learning werden auch in der Versicherungsbranche vermehrt eingesetzt – vor allem in den Bereichen Risiko-Management, Kundenbindung und Prozessautomatisierung. In diesem Jahr werden viele Versicherer verstärkt ihre KI-Investitionen vermarkten, was zu einer größeren strategischen Lücke zwischen Versicherern führen wird. Die von IoT-Sensoren gewonnenen Daten bewegen sich von Proxydaten zu Basisdaten. Damit können Versicherer ihre Preise anpassen, die Risikosegmentierung optimieren und Schadenfälle bearbeiten, wobei einige sogar Cross-Selling von Smart Devices und Versicherungen anbieten. Auf KI basierte virtuelle Assistenten werden Kunden und Mitarbeiter die Informationen geben, die sie benötigen und so zeitkritische Transaktionen zu geringeren Kosten automatisieren.

Trotz des verstärkten Einsatzes von künstlicher Intelligenz müssen Beschäftigte der Versicherungsbranche jedoch nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten. Selbst eine Umstrukturierung der Arbeitsfelder ist höchst unwahrscheinlich. Die datengetriebenen Einsichten sind viel eher dazu da, die Mitarbeiter zu konsistenteren und genaueren Entscheidungsprozessen zu führen und gleichzeitig die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Sie entwickeln sich deshalb langsam aber stetig zu einem immer vertrauenswürdigeren Berater der Unternehmen.

Cyber wächst mit der Einnahmequelle

Bei einigen bekannten Unternehmen wie British Airways, Vision Direct und Marriott kam es 2018 zu erheblichen Datenpannen und selbst hochrangige Politiker der Bundesregierung waren nicht vor Angriffen gefeit. Massive Datendiebstähle wie in den genannten Fällen und die verstärkte regulatorische Kontrolle im Rahmen der DSGVO – die erst vor etwa einem halben Jahr eingeführt wurde – werden den Cyber-Versicherungsmarkt in den kommenden Monaten stark vorantreiben. Da der europäische Cybermarkt die Durchdringung des US-Versicherungsmarktes stetig aufholt, ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Cybersicherheitstechnologien und -lösungen simultan steigen wird.

Da außerdem ein Absinken der Zahl an Cyberangriffen äußerst unwahrscheinlich ist und es passieren kann, dass mehrere Versicherungszweige bei einem Großschaden kumuliert werden, muss die Branche neue Wege finden, diese mit bereits abgeschlossenen Cyber-Versicherungspolicen zu decken.

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Pressemeldung: Worauf sich die Versicherungsindustrie und Insurtechs 2019 einstellen müssen
Veröffentlicht: Donnerstag, 10.01.2019, 16:58 Uhr
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