08.02.2018, 16:29 Uhr

5 Megatrends, die unsere Zukunft bestimmen

Die fünf zentralen Megatrends, die unsere Zukunft bestimmen, sind demografischer Wandel, Globalisierung, Digitalisierung, Neue Arbeitswelt und Gesundheit.

BildDer Zukunftsforscher John Naisbitt hat 1982 den Begriff „Megatrend“ geprägt. Megatrends sind Entwicklungen, die sich in den nächsten 30 Jahren oder mehr ergeben und die sich massiv auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt auswirken – und das in der Regel weltweit. Megatrends verändern und durchdringen Wertesysteme, Zivilisationsformen, Technologie und Ökonomie und zeigen Auswirkungen in allen menschlichen Lebensbereichen.

1. Demografischer Wandel

Geburtenrate, Mortalität und Migration bestimmen die Bevölkerungsstruktur. Global gesehen verläuft die demografische Entwicklung zwischen den Kontinenten sehr unterschiedlich. Weltweit rechnen die Vereinten Nationen bis 2050 mit einer Bevölkerungszunahme von derzeit rund 7,5 Milliarden Menschen auf etwa 9,7 Milliarden Menschen. Dabei verschieben sich geografisch die Bevölkerungsanteile massiv. Während in asiatischen und afrikanischen Ländern die Bevölkerung stark wächst, zeichnet sich in Europa der gegenläufige Trend ab. Lag in Europa der Gesamtanteil an der weltweiten Bevölkerung im Jahr 1950 noch bei fast 22 % und im Jahr 2000 bei 12 %, ist für das Jahr 2050 nur noch ein Anteil von 7,3 % zu erwarten.
Dieser Bevölkerungsrückgang gilt auch für Deutschland. Trotz Alterung und trotz Zuwanderung geht die Bevölkerung nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von derzeit 82,67 Millionen Menschen auf 67 – 73 Millionen im Jahr 2060 zurück. Die Bevölkerung im erwerbstätigen Alter (20 – 64 Jahre) sinkt von derzeit 49 Millionen besonders stark auf nur noch 34 – 38 Millionen Menschen. Auch die junge Bevölkerung (bis 20 Jahre) verzeichnet einen Rückgang von 15 Millionen auf 11- bis 12 Millionen Menschen. Dagegen wird die Anzahl der Menschen im Alter ab 65 Jahren weiter steigen, besonders in den nächsten 20 Jahren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer sukzessive in dieses Alter aufrücken. Derzeit gehört jede fünfte Person dieser Altersgruppe an. 2060 wird es bereits jede dritte Person sein.

Während vor 100 Jahren die Lebenserwartung von Männern bei nur 46,4 Jahren lag (aktuell: 78 Jahre) und bei Frauen bei 52,5 Jahren (aktuell: 83 Jahre), steigt sie bis 2060 auf 87 Jahre bei Männern und auf 90 Jahre bei Frauen an. Wer heute bereits 80 Jahre alt ist, hat noch eine Lebenserwartung von 8 bis 11 Jahren vor sich. Die Zahl der Hochbetagten (über 80 Jahre) von heute 4,4 Millionen Menschen in Deutschland wird sich bis 2060 auf 9 Millionen Menschen mehr als verdoppeln.

2. Globalisierung

Globalisierung ist kein neuer Prozess, hat aber in den letzten Jahrzehnten deutlich an Dynamik gewonnen. Die Kosten für den Transport von Informationen, Menschen, Gütern und Kapital über den gesamten Erdball hinweg sind drastisch gesunken. Globale Kommunikationsmöglichkeiten können immer billiger und schneller genutzt werden.
Internationale Verflechtungen nehmen aber nicht nur in den Bereichen Wirtschaft und Kommunikation zu, sondern auch in den Bereichen Politik, Kultur und Umwelt und zwar zwischen Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten.
Die Zahl der Menschen, die mindestens zwei Sprachen sprechen, hat sich durch die Globalisierung deutlich erhöht. Englisch wird immer häufiger als Weltsprache für Handel, Politik, Kultur und Fernverkehr genutzt. In 57 Staaten ist Englisch Amts- und/oder Landessprache und in mindestens 25 weiteren Staaten Bildungs-, Geschäfts- und/oder Verkehrssprache.
Digitalisierung und Internet haben dem Globalisierungsprozess nochmals zu deutlich mehr Schwung verholfen. Während das Internet 1990 noch keine bedeutende Rolle spielte, nutzen gegenwärtig bereits 3,4 Milliarden Menschen oder 46 % weltweit das Internet. Bis 2020 soll sich die Zahl der Internetnutzer bereits auf über 4,1 Milliarden Menschen erhöhen. In Deutschland sind bereits 62 Millionen Menschen (81%) Internetnutzer.
Dank der Internationalisierung der Märkte und der Unternehmen partizipieren viele Entwicklungs- und Schwellenländer zunehmend am Welthandel, Wohlstand und wirtschaftlichen Wachstum. Die letzte Finanzkrise hat allerdings gezeigt, dass die Globalisierung die weltweite Wirtschaft tendenziell schwankungsanfälliger macht. Globale Finanzströme erfordern deshalb eine zunehmende Kontrolle.
Die wirtschaftliche Dimension der Globalisierung ist aber nur ein Teil dieses Megatrends, der sich in immer mehr gesellschaftlichen Bereichen auswirkt: vom Bildungssystem und Konsum über die Massenmedien und Kultur bis in private Lebens- und Beziehungswelten.

3. Digitalisierung

Die Digitalisierung ist – basierend auf dem Internet als Querschnittstechnologie – so tiefgreifend für alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche, dass sich weder private Nutzer noch Unternehmen dem entziehen können. Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 läuten bereits in Verbindung mit der Künstlichen Intelligenz und den Möglichkeiten der Sensorik und Robotik die nächste große Entwicklungsstufe der Vernetzung ein. Maschinen, Transportmittel und viele langlebige Konsumgüter werden mit Mikroprozessoren und/oder Sensoren ausgestattet und werden somit Teil des Internets. Die moderne Informationstechnik ist dann nicht mehr auf Computer und Smartphones beschränkt, sondern wird auf Milliarden physischer Produktionsfaktoren und Konsumgüter ausgeweitet.
Europa hat geringe Chancen, im Verbrauchergeschäft mit Onlineplattformen zu US-amerikanischen und chinesischen Firmen aufzuholen. Große Player wie Google/Alphabet, Facebook & Co. oder Amazon drängen zunehmend auch in die realen Wirtschaftsbranchen ein und wollen hier die Spielregeln verändern. Umso wichtiger ist es, dass sich die Europäer auf das Internet der Dinge mit seinen vernetzten Geräten konzentrieren.
Moderne Kommunikationstechnologien mit dem Internet im Zentrum verleihen dem Megatrend Digitalisierung und Konnektivität eine enorme Kraft. Kein Megatrend kann mehr verändern, zerstören und neues schaffen. Kein Megatrend löst mehr Disruption aus. Digitalisierung und Konnektivität führen zu neuen Formen des Wirtschaftens, des Arbeitens und der Gemeinschaft.
Die zunehmende Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich, aber auch viele Herausforderungen. Zu letzteren gehören zum Beispiel Hacker-Angriffe und digitale Kriminalität oder die Suchtgefährdung durch Computerspiele, Internet und Smartphone.
Die Digitalisierung wird den Alltag der Menschen zunehmend prägen und die Mensch-Maschine-Interaktionen verändern. Digitale Assistenten werden im Auto, in Smart-Homes, in der Kleidung oder in Kameras immer stärker eingesetzt. Digitalisierung eröffnet auch neue Chancen für die Personalisierte Medizin und für viele technologische Felder.

4. Neue Arbeitswelt

Die Arbeitswelt wird künftig noch anspruchsvoller, das Tempo wird noch einmal erhöht. Die Digitalisierung schreitet rasant voran. Viele heutige Routinearbeitsplätze werden künftig wegfallen. Beschäftigte müssen noch mehr wissen und können. Gefragt ist Problemlösungskompetenz. In der Industriearbeit und in anderen Bereichen werden Roboter und Menschen künftig sehr eng zusammenarbeiten. Viele Dienstleistungsberufe geben weniger gut ausgebildeten Menschen auch künftig Chancen. Auch entstehen völlig neue Berufe und Berufsbilder, besonders in den Sektoren Freizeit, Erholung und Gesundheit oder in technologischen Feldern. Wichtig für die Zukunft am Standort Deutschland ist die Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Gefragt sind Innovationen, neue Produkte und Dienstleistungen und neue Märkte.
Unsere künftige Arbeitswelt wird in Verlierer und Gewinner aufgeteilt. Verlierer werden diejenigen sein, die rein repetitive Aufgaben erledigen. In der Vergangenheit waren das bereits Fließbandarbeiter in der Automobilindustrie, künftig werden dies vermehrt Makler, Buchhalter, Verkäufer oder Kassierer sein. Zu den Gewinnern gehören künftig Polizisten, Installateure, Wissenschaftler oder Kreative, die auf absehbare Zeit nicht durch Computer oder Roboter ersetzt werden können. Generell gilt: Diejenigen Menschen haben eine gute Zukunftsperspektive, die den Wert ihrer Arbeit erhöhen und die kreativ sind. Dazu zählen unter anderen Künstler, Schauspieler, Softwareschreiber, Journalisten, Führungspersönlichkeiten, Analytiker und Wissenschaftler, aber auch Menschen, die sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen beschäftigen.
Die künftige Arbeitswelt wird flexibler. Den einen lebenslangen Job wird es nicht mehr geben. Arbeiten in Projekten, für wechselnde Arbeitgeber oder in unternehmensübergreifenden Projekten gewinnen an Bedeutung.
Auch von zwei wichtigen Aspekten wird die Arbeitswelt von morgen geprägt sein: Die Arbeitswelt wird weiblicher und die älteren Beschäftigten werden stärker gebraucht. Frauen sind immer besser qualifiziert und bauen ihre bisherige Benachteiligung gegenüber männlichen Kollegen Schritt für Schritt ab. Bei älteren Beschäftigten tritt in vielen Betrieben der Jugendwahn früherer Jahre wieder hinter eine realistische Beurteilung der Qualitäten und Kompetenzen der älteren Arbeitnehmer zurück.

5. Gesundheit

Der Megatrend Gesundheit verknüpft psychische und physische Dimensionen immer enger. Gesundheit und Zufriedenheit verschmelzen. Zur Gesundheit gehört auch eine gesunde Umwelt mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Mehr Selbstverantwortung und ein bewussterer Umgang mit der eigenen Gesundheit rücken in den Vordergrund.
Eine alternde Bevölkerung erzeugt einen Wertewandel hin zu mehr Gesundheitsvorsorge und einem aktiveren körperlichen Verhalten. Zufrieden, vital und gesund in einer gesunden Umwelt alt werden, gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Der Gesundheitssektor wächst zu einem Kernsektor der künftigen Wirtschaft heran. Neue Märkte expandieren: vom neuen Fitness-Urlaub, über Feng-Shui-Architektur bis hin zum Health-Food. Allein in Deutschland sind über 15.000 Apps zum Thema Gesundheit auf dem Markt. Diese Apps auf dem Smartphone und Fitnessarmbänder oder Fitnessuhren helfen, um Blutwerte, Herzfrequenzen, Körpergewicht und vieles mehr zu kontrollieren. Die präventive Selbstoptimierung der eigenen Gesundheit wird immer wichtiger.
Eine nachhaltig gesunde Umwelt ist auf eine neue Ressourcen- und Energieproduktivität angewiesen. Hier können zum Beispiel Nano- und Biotechnologie wichtige Beiträge leisten. Denn durch innovative Materialien und neue Prozesse können sie in vielen Bereichen für einen ressourcen- und energieschonenden Verbrauch und damit auch für eine gesündere Umwelt sorgen.
Große Bedeutung kommt künftig auch der Personalisierten Medizin zu. Voraussetzung dafür sind weitere Erfolge bei der Aufschlüsselung des menschlichen Genoms. Nach einer hochspezifischen Diagnose können Patienten unter Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen künftig deutlich präziser entsprechend ihrer individuellen molekularen Signatur behandelt werden.

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Dr. Thies Claussen, Autor des Buches „Unsere Zukunft. Wie leben wir 2050?“ war zuletzt Vizechef der LfA Förderbank Bayern und davor für die Außenwirtschaft im Bayerischen Wirtschaftsministerium verantwortlich.

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Kategorie: Werbung, Marketing, Consulting, Marktforschung
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